Jonastal,
Ohrdruf
Eines
der vielen Bauprojekte des Dritten Reiches die begonnen wurden aber nicht mehr
fertiggestellt wurden, waren eine Reihe von unterirdischen Anlagen in
Zentral-Thueringen. Suedoestlich der Stadt Gotha in Ohrdruf sollte ein solches
Projekt entstehen. Dieses Projekt trug mehrere verschiedene Tarnnamen - die
folgenden Namen wurden verwendet Siegfried, Olga, Burg, Jasmin; die Bezeichnung
S/III wurde teilweise für das Gesamtprojekt verwendet.
An
der Nordseite des Jonastales, zwischen Crawinkel und Arnstadt, wurden Tunnel in
den Felsen getrieben. Dieser Teil des Projektes war wie behauptet wird das
letzte Fuehrerhauptquartier. Wenn Hitler Berlin verlassen musste sollte er hier
im Herzen Deutschlands ein neues Hauptquartier beziehen (einige Berichte
sprechen davon das Hitler tatsaechlich Ende Maerz 1945 hier gewesen sein sollte)
Andere wiederum behaupten das hier oder ganz in der Naehe die Produktion der
Amerika Rakete anlaufenm sollte. Es wird aber auch behauptet das hier die
deutsche Atombombe erprobt und gefertigt werdeen sollte. Nach offizieller Seite
wurden nur mit dem Stollenbau begonnen ohne das groessere Arbeiten unternommen
wurden. Nach dem Krieg sprengten die Russen die Eingange der Stollen. Der genaue
Zweck dieser Anlage, oder ob die Arbeiten weiter fortgeschritten waren als man
offiziell zugiebt ist ungewiss. Auch zweifelhaft sind die Tarnnamen "Siegfried"
und "Olga".
Truppenuebungsplatz Ohrdruf
Seit der Kaiserzeit bestand in Ohrdruf schon ein
Truppenuebungsplatz. Es war ein grosses auf einer Hochflaeche liegendes Areal.
Mit Hilfe eines Fernglasses kann man heute noch Ruinen sehen die zum ehemaligen
Amt 10 gehoerten.
Im Jahre 1936 bis 1938 wurden unterhalb der Kalksteinschichten
eine unterirdische Telefon und Telex Zentrale, bekannt als Amt 10 „Olga“,
erbaut. Die Eingaenge waren als Haeuser getarnt. Der Bunker befand sich in 15
Meter Tiefe und war 70 lang und 20 Meter breit. Beide Etagen hatte einen
zentralen Korridor der ca. 3 Meter breit war. Von ihm gingen an beiden Seiten
die verschiedenen Raeume ab. Zwei Toiletten befanden sich auf jeder Etage. Die
Gasschutztueren fuehrten in die beiden Korridore des Bunkers. Eine
Zentralheizung war installiert, Frischluft wurde unter Druck in den Bunker
geleitet. Eine Quelle versorgte die Anlage mit Wasser. Ein 475 PS Schiffsdiesel
trieb eionen elektrischen Generator an der die Anlage im Notfall mit Strom
versorgte.
Col Robert S Allen, ein Stabsoffizier mit General Patton's 3.
Armee beschrieb in seinem Buch "Lucky Forward - Die Geschichte von Patton's
Third Army" (New York, 1947) die Anlage als eine abgeschlossene unterirdische
Stahlbeton-Metropole 50 Fuss unter der Erde
und beherbergte das Oberkommando. Errichtet in zwei oder drei Ebenen mit
kilometerlangen Gallerien die wie die Speichen eines Rades angeordnet waren.
Allen beschrieb nicht wo sich das Fuehrerhauptquartier befunden hatte.
Wenn die Anlage in der Form eines Rades errichtet wurden waere,
dann haetten sich das FHQ und Amt 10 logischerweise im Zentrum, also der Nabe,
befidnen mussen. Allens Beschreibung von Amt 10 mit 2 Etagen im April 1945 steht
im Konflikt mit den Beschreibungen
von 2 Personen die dort gearbeitet hatten. Einer deutete an, dass es nicht zwei,
sondern 3 Stockwerke waren. Der andere Zeuge sagte aus, dass Amt 10 aus zwei
grossen Bunkern der gleichen Groesse bestand, die jeweils aus drei Etagen
bestanden, aber nicht verbunden waren. Jeder Bunker war auf jeder Etage durch
einem SS-Posten bewacht und Paesse fuer jeden der Eingaenge waren noetig um
eintreten zu koennen.
Die wahrscheinlichste Erklaerung ist, dass der zweite Bunker im
Jahre 1944 erichtet wurde, zur gleichen Zeit als der erste Bunker durch eine
dritte Etage erweitert wurde. Diese Etage wurde als FHQ
ausgebaut.
Der zweite Zeuge sagte weiter aus, das in 1944 sich eine
Versuchsanlage under dem Truppenuebungsplatz befand, in der Versuche mit
elektro-magnetischen Feldern unternommen wurden. Diese Felder sollten die
Faehigkeit haben die Motoren von konventionellen Flugzeugen ueber eine
Entfernung von 10km zu stoppen. Ein amerikanischer Bericht erwaehnt das solche
Versuche unternommen wurden. Waehrend des Krieges wurde Ohrdruf nie von der
feindlichen Luftaufklaerung ueberflogen oder bombardiert. Es kann angenommen
werden das feindliche Agenten Berichte erstattet haben die den alliierten
Geheimdiensten mitteilten das sich eine grosse Anzahl von Wissenschaftlern und
SS in Ohrdruf befanden.
Zeugen aus Arnstadt berichteten das es vorkam das elektrische
Geraete und auch Automotoren aufhoerten zu arbeiten. Sie wussten immer wenn dies
geschah, den zu diesem Zeitpunkt begann der Schiffsdiesel in Ohrdruf zu
arbeiten. Das konnte man an den aufsteigenden Auspuffgasen sehen. Ein
Dieselmotor wird nicht durch ein elektro-magnetisches Feld beeinflusst. Im Jahr
1980 waren russische Wissenschaftler noch in der Lage, dieses Feld zu messen,
konnten aber nicht die Quelle identifizieren.
Kriegstagebuecher des OKW und der Luftwaffe fuer den Zeitraum
Maerz 1945 sind verschwunden.
Am 7 April 1945 inspizierte die US-Atomenergie-Kommission
verschiedene Gebaeude auf dem Truppenuebeungsplatz und entfernte technisches
Material bevor die Eingaenge gesprengt wurden. Die US-Behoerden haben alle
Dokumente aus dem Jahre 1945 in Bezug auf Ohrdruf fuer eine Mindestdauer von 100
Jahren klassifiziert.
Zum
Glück wurde im Jahre 1962 von den DDR Behoerden eine Untersuchung eingeleitet um
Aussagen zum Thema "Befragung von Buergern zu Ereignissen der oertlichen
Geschichte ". Die Untersuchung war in erster Linie daran interessiert die
Geschehnisse auf dem Truppenuebungsplatzes Ohrdruf (TUP) in den letzten Jahren
des Krieges zu sammeln. Diese Aussagen
koennen im Rathaus Arnstadt eingesehen
werden.



